Sossenlebkuchensosse

Lebkuchen für Bratensosse

Berner Lebkuchen aus dem Supermarkt - prima für sämige Sosse!

Mein Vater konnte besonders gut Schweinebraten zubereiten. Sonntags weckte mich oft der leckere Bratengeruch. Das bedeutete, dass er mal wieder sehr zeitig aufgestanden war (im Gegensatz zu mir) und Schweinsbraten oder -Haxe im Ofen hatte. Die Sosse war dabei das beste. Er verwendete dazu Gelberüben, Lauch, Zwiebeln, Paprika – alles was eben gerade da war. Das allein konnte es aber nicht sein. Als ich ihn einmal Fragte, was seine Sosse so besonders gut machte, sagte er: „Lebkuchen, weil da alles drin ist, was dem Fleisch gut tut.“ Lebkuchen in die Sosse, das klingt ziemlich seltsam, aber geschmeckt hat es ja und oft lesen sich Rezepte seltsam und schmecken dann umso besser (spontan denke ich da jetzt an Nudeln mit rosa Linsen).

Soßen Lebkuchen

Sossenlebkuchen, der im Supermarkt oft lange gesucht werden muss.

Durch Zufall fielen mir einmal ein paar von diesen Gesellen in die Hände. Ich glaube, es war sogar mein erster Schweinebraten, den ich dann mit diesen Lebkuchen (2 Stück) in der Biersosse zubereitete.

NB.: Das Bier (dunkles oder helles) ganz am Anfang hinzufügen, damit es lange durchschmoren kann, sonst wird es bitter.

Alle waren begeistert. Beim Gemüse bin ich nicht wählerisch und nehme, was gerade da ist: Gelbe Rüben, Kartoffeln, Sellerie, Petersilienwurzeln, Paprika (eigentlich eine Frucht), Staudensellerie – letztens habe ich sogar eine Tasse Kichererbsen hinzugefügt – sehr fein, mache ich jetzt öfters. So ein Sossenkuchen versteckt sich im bayrischen Supermarkt normalerweise irgendwo bei den Fertigsuppen, Backerbsen oder Sossenbindern. Eigentlich kann jeder Lebkuchen ohne Früchte, Nüsse oder Glasur verwendet werden – aber wann gibt es den schon ausserhalb der Saison?

Schweinsbraten

Schweinebraten mit Berner Honiglebkuchen

Wenn mir hier die bayrische Kultur abgeht, ist in meinem Fall die beste Abhilfe die schwäbisch-bayrische Küche – und die Familie freut sich ebenfalls. Schupfnudeln mit Kraut, Kässpätzle und (Hardcore!) Sonntag vormittags in der Lederhose Schweinsbraten kochen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Schweizer hier Lebkuchen in die Sosse werfen, damit sie sämig wird. Jedoch gibt es hier das ganze Jahr Berner Lebkuchen. Und bis auf den zuckrigen Bären, der aber nicht weiter stört, ist es der perfekte Sossenlebkuchen, der in jedem grösseren Supermarkt beim Brot und Kuchen zu finden ist. Letztens habe ich sogar einen in meinem Eintopf aus Schweinsgeschnetzeltem verwendet. Die einzige Beschwerde war: „Zu wenig Kartoffeln drin!“

Fazit: Schweizer und Bayern sind sich nicht ganz unähnlich, nur wissen sie es nicht. Ich werde demnächst einen hiesigen Koch fragen, ob der Lebkuchen in die Sosse wirft.

Über Dominik

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