Doubledrums & Horns – BeJazz Saisoneröffnung 2010/11 – 2010-10-15

Wo ist bloss die Zeit geblieben? Vor lauter Zipperlein, Unpässlichkeiten, Uneinigkeiten und Unlustigkeiten habe ich seit April kein Konzert mehr besucht – gut, ich habe drei Stunden als Co-Moderator bei Radio RaBe verbracht – aber das ist nicht ganz das Selbe. Letztens flatterte jedenfalls Post vom BeJazz Verein, bei dem ich seit Frühling dieses Jahres Mitglied bin, ins Haus, mit der Bitte, die Mitgliedschaft für die kommende Saison (diesmal 60,- CHFr) zu bezahlen – Flyer des neuen Programms inklusive.

Vidmarhallen

Die Vidmarhallen im Frühling - gegen Ende der letzten BeJazz Saison (das Datum der Kamera ist falsch - es war am 22ten April).

Die Gebühr wurde bezahlt, das Programm an den Kühlschrank geheftet und vergessen, obwohl ich das Auftaktkonzert zu gerne besuchen wollte. Umso überraschender war es, dass ich es spontan doch noch einrichten konnte, knapp eine Stunde vor Konzertbeginn loszufahren, eine Viertelstunde vorher da zu sein und immer noch einen guten Platz zu bekommen. Zwei Punkte störten mich bei meinem ersten BeJazz Besuch im April: Der Klang klingt arg nach Jazzclub und somit etwas unakzentuiert, leicht verwaschen und dünn. Die tragende Betonsäule direkt vor der Bühne ist etwas unglücklich platziert, wenngleich aus Gründen der Statik unumgänglich, und trägt auch nicht zur Verbesserung der Akustik bei. Sehr erfreulich ist es jedoch, dass ebendiese Säule während der Sommerpause durch eine schlanke Stahlsäule ersetzt wurde. Was den Klang angeht, werde ich versuchen das nächste Mal einen Platz neben dem Mischpult oder auf der Empore zu bekommen.

Zum Konzert nun selbst ist zu sagen, dass die Kombination aus doppeltem Schlagzeug (Dominic Egli, Simon Frankhauser), drei Holzbläsern (Tenorsaxophon – Araxi Karnusian, Clarinette – Domenic Landolf, Bassclarinette – Lukas Roos) und zwei Blechbläsern (Matthias Spillmann – Trompete und Flügelhorn, Silvio Cadotsch – Posaune) allein mein Interesse geweckt hatte – ein Miniaturorchester eben, das treffenderweise  überwiegend Miniaturen vorträgt. Allein eine Bassclarinette ist sehens- und hörenswert, sieht sie doch aus wie ein in die Länge gezogenes Saxophon aus Lakritze, klingt auch so und selbst der Clarinettist sah beim Spielen so aus, als ob er aus Lakritze bestünde. Die ersten paar Miniaturen fand ich etwas schräg, danach hatten sich aber die Musiker und mein Gehör aufgewärmt und es wurde ein gelungener Saisonauftakt.

Zwei Schlagzeuger können mehr Druck aufbauen und differenzierter agieren als einer alleine, Sinn macht es, dieser fetten Rhythmusgruppe die geballte Kraft an Hörnern entgegenzusetzen und so funktioniert das Miniaturorchester auch ohne Piano und Bass überraschend gut. Um sich einen guten Eindruck von dieser Combo zu verschaffen, kann die Myspace-Seite des Miniaturorchesters besucht werden, auf der einige Miniaturen zu hören sind. Das folgende Video ist dort auch zu finden.

Anschliessend an das Konzert folgte gegen 22:30 das Jazzparkett, bei dem DJ Welldone blaue Noten für Tanzbeine auflegte. Leider fand ich keine Zeit zum weiteren Verweilen, sondern bin gleich zur S-Bahn gesaust, war ca. eine knappe Stunde später wieder zuhause und musste auch nicht länger als nötig auf dem wenig malerischen S-Bahnhof in Liebefeld verweilen.

S-Bahnhof Bern Liebefeld

Über Dominik

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