Kindermund tut Wahrheit kund – im Hasiland

Easter Bunny

Im Hasiland - eindeutig!

Vermutlich verfügt nahezu jede Gruppe nach einer gewissen Zeit über eigene Ausdrucksweisen als Zeichen der Zusammengehörigkeit – oft auch als kleiner Witz unter Eingeweihten. Spontan denke ich da an unser gutes altes „Egeling„.

Damit hat es folgendes auf sich: Ich bereitete Guacamole zu und brummelte dabei so etwas wie: „Das sieht ja aus wie ein zermatschtes Alien.“

Und unsere damals noch wesentlich kleinere Tochter: „Egeling, Egeling, Papa Egeling!

Dabei blieb es. „Ich mach dann mal ein Egeling.“ Spricht sich viel besser wieGu-a-ka-mo-le„.

Vor einiger Zeit ist mal wieder was putziges passiert. Töchterlein und ich treffen im im Coop eine (ebenfalls deutsche) Bekannte an der Kasse. Diese fragt uns, wie es denn so ginge und ob wir uns eingelebt hätten – ganz harmlos eben.

Töchterlein: „Der Papa sagt immer blödes Hasiland!

Ich konzentriere mich weiterhin auf die wichtige Aufgabe unsere Einkäufe in die Taschen zu verfrachten und brummele irgendwas von, dass es hin und wieder schwierig sei, manchmal auch nicht und dass es einfach Tage gäbe, an denen einfach gar nichts klappe.

Herrschaftszeiten! Blödes Hasiland! Das ist gar nicht unfreundlich gemeint und ich vergleiche hier niemanden mit irgendwelchen Hasen. Es handelt sich hier um einen kleinen Spruch, den ich hin und wieder augenzwinkernd aufsage, wenn ich an meine eigenen Unzulänglichkeiten erinnert werde, wenn etwas nicht so klappt, wie ich es mir vorstelle. Das ist mein persönlicher kleiner Spass. Und dann bekomme ich hier an der Kasse des kleinen Supermarktes die Quittung für meine Mätzchen – selber schuld.

Wie kommt nun dieser Spruch zustande? Nun, eines unserer Meerschweinchen, Lord Nelson – benannt nach einem Teebeutel, ein grantelnder plüschiger Bock, lebt zusammen mit seinem Hasi. Das Hasi heisst deswegen Hasi, weil es eben genau so aussieht, nur die langen Ohren fehlen halt bei einem Meerschwein. Soweit alles klar, Horatio Lord Nelson (der mit dem Beutel) und sein Hasi? HLN würde nun, wenn er es denn könnte, ständig „blödes Hasi“ sagen. Aber wehe, das Hasi ist mal kurz nicht bei ihm im Gehege: „Mein Hasi, mein Hasi, wo ist mein Hasi?“ Lord Nelson mag sein Hasi. So geht es mir auch. Ich mag die Schweiz, granteln tu ich auch. Daher sage ich, wenn ich auf hiesige Gepflogenheiten stosse, die mir nicht vertraut waren, oder einfach, wenn es mal nicht nach meiner Schnauze geht, „blödes Hasiland“ – im Scherz!

Wer sich nun denkt, dass das die dämlichste Ausrede aller Zeiten ist, für den habe ich noch so ein nettes Geschichtelein, das sich genau so zugetragen hat und das mir auch keiner glaubt:

Vor relativ langer Zeit war ich mal mit meiner damaligen Freundin, ihren Eltern, Bekannten und Freunden aus. Alle waren im Karnevalsverein organisiert und daher auch recht schluckfreudig. Seinerzeit brauchte ich dazu keinen Verein, aber egal, Mitglied war ich trotzdem in der Vereinsmafia, Gruppenzwang vielleicht. Lange schon bin ich ausgetreten und Alkohol trinke ich ebenso wenig. Am Morgen nach jenem trinkfreudigen Abend jedenfalls, traf sich die ganze Bande wieder zum Brunch. Einige hatten einen mords Schädel auf. Ich habe – soweit ich mich erinnere – das morgentliche Zwicken im Hinterkopf mit einem Lauf durch die Streuobstwiesen eliminiert. Meine zukünftige (Ex-) Schwiegermutter meinte lachend, ihre Tochter habe es richtig gemacht, denn sie hätte sich noch am selben Abend erbrochen. Wie bitte? Mal generell von der Bemerkung abgesehen, hätte ich es doch mit Sicherheit mitbekommen, wenn sich etwas derartiges ereignet hätte.

Nach mühsamen Recherchen konnte ich das, was tatsächlich vorgefallen war, dem zuordnen, was nach Meinung der Mutter meiner Freundin passiert sei. Kompliziert, oder? Aber es kommt noch besser: Meine Freundin war der Playstation recht zugetan und spielte zurzeit Asterix.

Asterix auf der PSOne

Asterix beim Römerschleudern.

Nur das Römerschleudern wollte nicht so recht klappen und damit zog ich sie an besagtem Abend auf, indem ich die Geräusche der geschleuderten Römer imitierte: „Aaargh, Ugh, Aaargh, Ugh!“ Dies wiederum wurde nun – sehr zum Leidwesen meiner Freundin – von ihrer Mutter, die dies hörte, komplett misinterpretiert und seltsamerweise auch noch ihr in die Schuhe geschoben. Ich fand’s lustig, sie nicht.

Auch dieser Beitrag ist nun lustigerweise ein recht langer und wirrer Artikel geworden und wenn es denn eine Moral von alldem gibt, dann vielleicht die, dass ich besser aufpassen sollte, was ich so den lieben langen Tag alles von mir gebe. Aber ich denke, es ist vielleicht trotzdem viel amüsanter, wenn ich es doch nicht mache – auch wenn ich mir damit hin und wieder selbst eins auswische.

Über Dominik

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2 Antworten zu Kindermund tut Wahrheit kund – im Hasiland

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