Ich stosse zufällig darauf und mache es kenntlich

Alternativen zu Delicious und wie die Lesezeichen umziehen

Das Problem mit Delicious war, dass es immer recht ruhig um den Dienst war – ganz im Gegensatz zu beispielsweise Digg. Delicious hat immer zuverlässig im Hintergrund seinen Dienst verrichtet – diese dezente Zurückhaltung allein machte stutzig. Vielleicht würden bald kostenpflichtige Derivate davon angeboten werden? Weit gefehlt, der Lesezeichen-Dienst wird – es ist nur eine Frage der Zeit – vom Eigentümer Yahoo! suspendiert. Ein Aufschrei ging durch das Web. Ein, zwei Tage bestenfalls, dauerte die Entrüstung an. Und nun? Wieder Ruhe. Doch die Ruhe ist trügerisch. Vielleicht wird der Dienst demnächst einfach ausgeknipst und das war’s dann.
Mitbewerber Digg ist da auch nicht gerade zimperlich. Im Zuge der letzten grösseren Überarbeitung des Erscheinungsbildes wurde auch mein Benutzerkonto wegrationalisiert. Ich meldete mich bis dato immer mit meiner Facebook-Kennung an. Das funktionierte beim neuen Digg nun nicht mehr und nach einer Neuregistrierung des gleichen Benutzers waren meine Lesezeichen fort. Kein grosser Verlust, doch Digg ist für mich seitdem passé.
Ein Grund mehr, um die Lesezeichen von Delicious zu sichern und sich nach Alternativen umzusehen. Zuerst beleuchte ich kurz die Alternativen, die für mich in Frage kamen, anschliessend erläutere ich den Export der Lesezeichen bei Delicious und den Import bei Connotea – meiner neuen Lesezeichenverwaltung.
Ich glaube, dass es die Macworld war, die schrieb, dass StumbleUpon Delicious ersetzen kann. Ich habe es ausprobiert und muss sagen, dass diese Aussage für mich nicht zutrifft. StumbleUpon ist ein netter Ersatz zu Digg. Ich kann dort Lesezeichen ablegen, ihnen Kategorien zuordnen und mir aufgrund meines Profils Webseiten empfehlen lassen, die mich interessieren könnten (und die ich vermutlich sonst nie gefunden hätte) – das ist durchaus unterhaltsam. Der Fokus liegt hier eindeutig auf Unterhaltung, zum richtigen Arbeiten mit den Lesezeichen taugt das aber wenig. Als probate Alternative wird hier Pinboard angepriesen. Für die Nutzung wird eine einmalige Einrichtungsgebühr verlangt, die jedoch seltsamerweise inflationär ansteigt. Für Pinboard wird zwar begeistert geworben, irgendwie skeptisch bin ich dennoch. Hier kommt Connotea ins Spiel. Connotea richtet sich an Kliniker und Wissenschaftler, die ihre online Quellen verwalten möchten. Über die Erweiterung Shareaholic oder AddToAny können Hyperlinks direkt aus dem Browser heraus abgelegt werden. Connotea erlaubt den Im- und Export bereits angelegter Lesezeichen-Listen in verschiedenen Formaten. Und wie das funktioniert beschreibe ich jetzt:
Zuerst müssen die Lesezeichen aus Delicious exportiert werden. Dieser Menüpunkt befindet sich hier, unter „Settings“.

Um an den Lesezeichen Export zu gelangen, muss von der Startseite zuerst auf "Settings" geklickt werden.

Und dann unter dem zweiten Menüpunkt des Oberbegriffs „Bookmarks“ – „Export/ Backup Bookmarks“.

Punkt zwei der Einstellungen widmet sich den Lesezeichen - auch dem Ex- und Import.

Von dort aus werden geschickter Weise zuerst alle angesammelten Lesezeichen in einer Datei auf den lokalen Rechner gesichert. Zusätzlich bietet sich ein Export nach Schlagworten oder Schlagwortkombinationen an, da der Import von umfangreichen Sammlungen ggf. einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Über den Export nach Schlagworten, lassen sich die Lesezeichen portionsweise exportieren - hier alle, die ich mit "wired" gekennzeichnet habe.

Dummerweise kann Connotea ebenfalls die Schlagworte, die Delicious (unsichtbar) der HTML-Datei beigefügt hat, nicht auslesen. So macht der stückweise Export doppelt Sinn.

Nun bei Connotea angelangt, können die Lesezeichen hier (häppchenweise) importiert werden. Oder von der Startseite aus auf „My Library“ (rechts oben) klicken.

Die Verwaltung der Lesezeichen befindet sich bei Connotea rechts oben unter "My Library".

Anschliessend in der „Toolbox“ (auch rechts unter „My Library“) „Import from local file“ auswählen.

Die Option zum Import der Lesezeichen befindet sich in der "Toolbox".

Im nächsten Dialogfenster können wir nun letztlich unsere lokale Datei auswählen und allen Lesezeichen – hier meine gesammelten Wired-Artikel – voreingestellte (default) Schlagworte mittels „Tagging logic“ mitgeben – ich entschied mich wieder für „wired“. So kompliziert wie sie aussieht, ist diese Logik nun auch wieder nicht, zumal die Importroutine von Connotea die Schlagworte der Lesezeichen-Datei ohnehin nicht ausliest.

Nicht verwirren lassen, die Optionen sind nur halb so wichtig, wie sie scheinen.

Hier ganz kurz die Punkte der Logik nacheinander erklärt:

  1. Benutze die Schlagworte aus der Lesezeichen-Datei, oder die „default tags“, sofern keine gefunden werden.
  2. Benutze die Schlagworte aus der Lesezeichen-Datei und die „default tags“.
  3. Benutze die Schlagworte aus der Lesezeichen-Datei, und überspringe die Einträge ohne Schlagworte.
  4. Benutze nur die „default Tags“ und ignoriere alle anderen.

Momentan ist es egal, ob zwischen Möglichkeit 1, 2 oder 4 gewählt wird. Ist dies abgehakt, auf „Upload“ klicken und der Dinge harren, die noch kommen.

Geglückter Import.

In der Regel sollte nun eine ähnliche Erfolgsmeldung wie obige angezeigt werden. Nun lassen sich noch einzelne Einträge vom Import ausschliessen, indem das entsprechende Häkchen dahinter entfernt wird. Ist alles in Ordnung, einfach auf „Confirm“ klicken – andernfalls „Cancel“ auswählen. Herzlichen Glückwunsch, es ist vollbracht, die Lesezeichen haben ein neues Heim. Während des Importvorgangs können noch ein paar weitere Meldungen angezeigt werden:

Maschine an Mensch: Bist du tatsächlich einer?

Hin und wieder muss ein Sicherheitscode abgetippt werden.

Dubletten werden erkannt und übersprungen.

Bereits vorhandene Einträge werden erkannt und nicht doppelt hinzugefügt.

Speziell strukturierte Web-Dokumente werden interpretiert.

Wird die Struktur eines Dokuments erkannt, wird diese Information bei der Darstellung des Lesezeichens verwendet. Das war’s! Viel Spass mit Connotea!

Über Dominik

Jazz und SEO, Web und Grüntee
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