Statt Handy – wir stecken einfach den PC ein!

Das waren die 90er und die Mobiltelefone klobig - die Anfänge der Smartphones deuteten sich dennoch an.

Hin und wieder stöbere ich in meinen alten Archiven und sortiere aus. Von etlichen Publikationen der PC-Shopping (ich war dort knapp drei Jahre als Redakteur tätig) habe ich mich mittlerweile getrennt. Diese habe ich noch behalten. In der Ausgabe 2/95 schrieb ein 16 Jahre jüngeres Ich eines seiner ersten Editorials. Ich befasste mich darin mit Smartphones. Natürlich gab es damals diesen Begriff noch nicht. Schlagworte dieser Zeit waren „Handy“ und „PDA“ (Personal Digital Assistant). Diese Geräte waren noch recht klobig und aus heutiger Sicht vergleichsweise dumm. Doch, wenn diese beiden miteinander kombiniert wurden, liessen sich bereits damals interessante Dinge bewerkstelligen – ich denke da an meinen Psion Series 3a. Die Entwicklung zum schlauen Universalgerät zeichnete sich ab und gilt letztlich mit dem Erscheinen des iPhones 2007 als besiegelt, das für mich – 14 Jahre später – als die erfolgreiche Neuauflage des Apple Newton gilt. Um den Durchbruch zum omnipräsenten Schlaumeierlein für die Westentasche zu schaffen, mussten diese Geräte jedoch erst erschwinglich und im warsten Sinne des Wortes tragbarer werden. Damalige Handys waren Briketts. Und ich bemühte den Vergleich mit einer Packung Zigaretten. Zigaretten waren noch vergleichsweise billig, akzeptiert und einfach in der Tasche zu verstauen, Handys etwas für nervige Wichtigtuer, exorbitant teuer und eine Last mit sich zu führen. Heute hat sich das umgekehrt: Viele Smartphones sind bereits mit Vertrag billiger als die mittlerweile geächteten „Cancer-Sticks„, zudem gesellschaftsfähig und gleiten fast unsichtbar in die Hosentasche.
In der PC-Shopping 2/95 findet sich übrigens eine weitere geschichtsträchtige Ankündigung: Acorn versucht mit seinem extrem erschwinglichen 32-Bit RISC PC im Verbrauchermarkt Fuss zu fassen – das hat nicht wirklich geklappt. der ARM-Prozessor (Acorn Risc Machine) selbst jedoch, erfreut sich heute grösster Beliebtheit. Kein Wunder, liefert er doch das Kernstück heutiger Smartphones. Und in der Disziplin „Mobile Computing“ zeichnet sich zur Zeit die interessanteste Entwicklung hinsichtlich Prozessorleistung (und Stromverbrauch) ab. Dass das Smartphone letztlich einen mobilen PC darstellt, wurde dieses Jahr mit dem U.S. Gerichtsentschluss in Springfield, Luisiana, offiziell.
Ich erspare mir an dieser Stelle weitere Prognosen und bin schlichtweg gespannt auf die kommende Entwicklung.

Über Dominik

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