Dinner 2.0 – Smartphone-Gefummel am Tisch. Wo bleiben die Manieren?

Genevieve Clark (LOC)

Telephon oder Essen, so war das früher.

Die Qualität des Technologie-Weblogs TechCrunch lässt leider bereits seit einiger Zeit immer mehr nach. Mit der Übernahme durch AOL ging es aber noch weiter den Bach hinunter. Die Autoren hinter den Beiträgen wirken selbstgefällig, selbstherrlich und scheinen nur noch auf eine fesselnde Schlagzeile aus zu sein, der Artikel dahinter ist nebensächlich. Motto: Je spektakulärer die Überschrift, desto belangloser der Inhalt. (Wohltuende Ausnahme stellen noch die Gastautoren dar.)

Den letzten Artikel von MG Siegler kann ich nur noch als rotzfrech bezeichnen. Dieses Manifest des „Dinner 2.0“ mit dem Titel „I Will Check My Phone At Dinner And You Will Deal With It“ strotzt nur so vor Arroganz, Rücksichtslosigkeit und Allgemeinplätzen. „Get with the program, or get out of the way.“ – so ein das Fazit des Artikels. Dabei macht sich Siegler sich nicht einmal die Mühe zwischen unterschiedlichen Nutzungsarten des Smartphones zu differenzieren.

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Haaaalloooo! Dinner 2.0 - seufz!

Aktualisierungen des Facebook-Status‘ oder das Lesen von Mitteilungen ist ebenso o.k. wie das Konsultieren von Wikipedia in Streitfragen. Hier liegt aber der Unterschied, der nicht herausgearbeitet wird. Die gemeinsame Nutzung eines Gerätes als Gruppe nach dem Motto: „Zeig doch mal die Bilder!“ beispielsweise, unterscheidet sich sehr wohl vom Abkapseln seines Gegenübers, bei dem das Gerät wichtiger als die reale Person wird. Bei letzterem hingegen frage ich mich, warum treffe ich mich dann überhaupt mit diesem Menschen? Das Smartphone als Gemeinsamer Gegenstand der Unterhaltung ist aus meiner Sicht in Ordnung, als Gegenstand der Zerstreuung vom wirklichen Geschehen jedoch nicht.  Der Anstand im Zeitalter des ständigen Vernetzt seins bleibt zu Gunsten Twitter, Facebook, E-Mail und Co. ohnehin schon viel zu oft auf der Strecke. Viel eher gilt es doch, seiner Gesellschaft gegenüber Respekt zu zeigen und wenn das nun mal ein langweiliges Geschäftsessen oder das allmonatliche Pflichttreffen mit den Eltern ist, dann gilt doch wohl eher hier  „Get with the program, or get out of the way.“ Auch die langweiligste Unterhaltung geht einmal zu Ende.

Über Dominik

Jazz und SEO, Web und Grüntee
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